Thermometer, Waage, Blutdruckmesser … Nokia ist nun smart

Viele kennen Nokia vermutlich aus der zeit, als der Konzern Marktführer bei Mobiltelefonen war, die sich durch lange Akku-Laufzeiten und robuste Gehäuse ausgezeichnet haben. gegründet wurde das Unternehmen aber bereits 1865 und stellte Anfangs sogar Gummistiefel her.

Das ist nun jedoch größtenteils Vergangenheit. besonders beim Handy hat Nokia den Smartphone-Hype verpasst, obwohl man munkelt, dass der Konzern bereits Pläne für ein solches hatte, lange bevor Apple sein iPhone auf den Markt gebracht hat.

In der letzten Zeit hab eich jedoch immer wieder Werbung für verschiedene smarte Messgeräte gesehen, die den Namen NOKIA trugen. Das habe ich mir dann einmal näher angesehen und habe auch schnell bemerkt, dass dies keine Eigenentwicklungen sind, sondern aus einer Übernahme der Marke „Withings“ stammt. Das finde ich aber nicht dramatisch, da von der Firma noch nichts gehört hatte – Nokia ist hingegen bekannt.

So gibt es also endlich wieder „neue“ Endkundenprodukte, die einen aktuellen Trend bedienen. Messen und Tracken als smarte Ergänzung für Fitness und Gesundheit. Das musste ich direkt mal testen …

Thermo (Fieberthermometer)

Das Thermometer sieht zuerst einmal ungewöhnlich aus und man sollte sich direkt auch im Kopf davon verabschieden, das Gerät in Mund oder anderswo in den Körper stecken zu wollen. Das ca. 12 cm lange Fieberthermometer hat einen Durchmesser von ca 3 cm. Unter der grünen Abdeck-kappe verbirgt sich ein Infrarot-Sensor, der berührungslos die Schläfentemperatur misst. Dazu muss das Gerät lediglich von der Kopfmitte bis zum Haaransatz über die Stirn bewegt werden und in Sekundenschnelle leuchtet auf dem Digital-Display die aktuelle Körpertemperatur auf. Der Hersteller wirbt mit „klinischer Genauigkeit“. Da ich zur Zeit kerngesund bin, hat das Thermometer dies auch gezeigt. Zusätzlich zur Temperatur wird anhand der persönlichen Körperdaten noch ein zusätzlicher Hinweis in Form einer LED gezeigt, die wie bei einer Ampel entweder rot, gelb oder grün leuchtet – je nach Zustand des Patienten. Die Daten werden übrigens in der zugehörigen App abgespeichert. Das alles wird vom Handy gesteuert und man kann direkt auf dem Termometer mit einem einfachen Wischen die Temperatur einem vorher angelegten User zuordnen. Einfach und genial – und natürlich funktioniert das ganze auch mit Apple Health. Der Preis ist mit ca. 99 EUR UVP schon recht happig, aber es gibt gelegentlich gute Angebote – z.B. bei Amazon.

BPM+ (Blutdruckmessgerät)

Neben dem Fieberthermometer habe ich auch ein Blutdruckmessgerät getestet. Die Funktion ist so, wie man es von entsprechenden Geräten kennt. Die Werte sind auch hier recht genau, da man eine große Manschette um den Bizeps-Muskel legt, wo der Blutdruck nach der herkömmlichen Methode gemessen wird. Die Werte werden ebenfalls wieder in der App erfasst und grob klassifiziert. Einfache Bedienung, zuverlässige Daten und kompaktes und dennoch formschönes Design zeichnen das Gerät aus. Für ein Blutdruckmessgerät ist der Preis auch im normalen Bereich, aber dennoch empfiehlt es sich, auf Angebote zu warten.

Body Cardio (Waage)

Das größte Schnäppchen kann man aktuell übrigens bei der Body Cardio Waage machen. Zwar habe ich bereits vor 3-4 Jahren einmal eine Waage gekauft, die Messwerte auf das Handy überträgt. Das damalige Modell arbeitete mit Bluetooth und nicht immer zuverlässig. Nokia setzt auf WLAN-Technologie und erfasst neben dem Gewicht und Wasser, Muskelmasse, Körperfett … auch Daten zur Herz-Kreislauf-Gesundheit. Auch dieses System arbeitet schnell und zuverlässig und ist ebenfalls in die eigene App oder als Datenlieferant für Drittanbieter bestens geeignet. Nokia bietet übrigens verschiedene Modelle bei der Waage an. Wem die zusätzlichen Vital-Funktionen weniger wichtig sind, der kann natürlich auch ein günstiges Modell kaufen. Der Listen-Preis der Body Cardio Waage ist mit 199 EUR UVP schon sehr hoch. Aktuell wird das Gerät jedoch zum halben Preis angeboten und kostet somit in etwa das, was die kleineren Modelle sonst kosten. Die Waage ist übrigens ultraflach und lässt den großen Funktionsumfang auf den ersten Blick kaum erahnen.

Fazit

Nokia ist wieder da und präsentiert (wenn auch nicht selbst entwickelte) Geräte für Endkunden. An vielen Stellen sicherlich angelehnt an Apple & Co. Das merkt man schon, wenn man die Verpackung in den Händen hält, die für Fitness- und Gesundheitsprodukte schon sehr edel wirken. Ebenso sind die Funktionen einfach bedienbar und das Design der Geräte formschön, schlicht und ohne unnötigen Schnickschnack. Auspacken, kurz einrichten und Loslegen. Hat in allen drei Fällen problemlos funktioniert.

Mal schauen, ob Nokia in dieser Richtung künftig noch mehr (vielleicht auch selbst entwickelte) Geräte auf den Markt bringt.

Ich werde in Kürze hier noch das ein oder andere Update hinzufügen, um über den Umgang im Alltag noch ein wenig zu berichten und vielleicht auch meine persönlichen Daten und deren Entwicklung zeigen.

 

Fotos: Nokia

ZEI° von Timeular – Zeiterfassung 3.0

In meinem ersten Test möchte ich mich mit dem Time-Tracking-Tool ZEI° von Timeular befassen. Gerade bei Zeiterfassung und Zeitmanagement habe ich nämlich noch argen Nachholbedarf. Ich arbeite nicht gerade wenig, habe aber nur eine grobe Ahnung, womit ich die Zeit im Einzelnen verbringe. Genau da setzt der kleine Zauberwürfel an.

Wie bei so vielen innovativen Ideen stand auch hier am Anfang ein Kickstarter-Video, auf das ich aufmerksam geworfen bin:

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was an einem achtseitigen Plastik-Würfel besser sein sol, als herkömmlichem Time-Tracking per Handy-App, in Papierform oder mit speziellen Geräten.

Das Geheimnis von ZEI° liegt in der Einfachheit: Das bei Lieferung weiße Polygon hat 8 Flächen. Diese können individuell beschriftet oder gestaltet werden mit verschiedenen Projekten oder Tätigkeiten. Je nach entsprechender Tätigkeit wird dann einfach die entsprechend aktive Fläche nach oben gedreht – fertig. Das geht so schnell und einfach, dass man es auch während Telefonaten oder anderen Tätigkeiten „mal eben“ erledigen kann.

So sieht die Box von Timeular nach dem Öffnen aus

Von der Bestellung bis zur Lieferung hat es ein paar Wochen gedauert. Das liegt aber wohl an der großen Nachfrage, die das Produkt genießt … und das, obwohl es noch ein Geheimtipp ist.

Die eigentliche Produktverpackung kam natürlich noch in neutraler Umverpackung, um den schönen Karton zu schützen. Normalerweise ist mir ja nur der Inhalt wichtig, aber ähnlich wie bei Apple hat man auch hier Wert auf den Gesamteindruck gelegt. Ein geprägter Karton der nach dem Öffnen den Blick auf den sortierten Inhalt freigibt. Nach dem Postversand war allerdings nicht mehr alles an seinem Platz, da die einzelnen Gegenstände relativ locker in der Verpackung stecken – dennoch ist alles unbeschadet angekommen.

Lieferumfang:

  • ZEI° Würfel
  • Standfuß
  • Bluetooth Adapter
  • Stift für Beschriftung
  • Kurzanleitung (nicht im Bild)
  • Aufkleber (nicht im Bild)

Nach dem Auspacken kann es auch schon direkt losgehen; man benötigt lediglich einen Account und muss die App für Desktop und ggf. Handy herunterladen. Das ist in ein paar Minuten erledigt.

Jetzt kommt die wesentliche Überlegung: Mit welchen Projekten und/oder Tätigkeiten soll ich die 8 Flächen belegen. Anfangs erscheint diese Zahl recht groß, doch irgendwann stellt man fest, dass es auch gerne ein paar mehr sein dürften. Im Zweifel sollte man sich hier auf Kategorien festlegen, die dann automatisch durch Drehen des Würfels erfasst werden. In der App selbst können mehr Kategorien angelegt werden; diese sind dann zwar keiner Fläche zugeordnet, aber man kann erfasste Zeiten so mit einem Klick neu Zuweisen. Beispiel: Bei mehr als 8 Kunden-Projekten reicht mir eine Kategorie „Projekte“. Es ist ja nicht so, dass man minütlich zwischen den einzelnen Projekten hin und her springt. Die erfasste Zeit kann ich dann später einem gesondert angelegten Kunden zuweisen – entweder am Computer oder per Handy – alles easy.

Wie es funktioniert …

Die Funktion ist wirklich einfach. Software für Desktop und/oder Smartphone herunterladen (diese startet später auf Wunsch mit dem System automatisch) und den Würfel per Bluetooth verbinden. Das ging so einfach, dass ich darüber eigentlich nicht mehr sagen kann. Die Software beschränkt sich auch auf die wesentliche Funktion: Zeiterfassung. Also hat man überflüssigen Schnickschnack auch einfach weggelassen … gut so!

Jetzt nur noch den Würfel in die entsprechende Position drehen und schon startet die Aufzeichnung der entsprechenden Kategorie …

So sieht das Desktop-Fenster während der Aufzeichnung aus (wenn es maximiert ist)

Anfangs musste ich mich noch etwas daran gewöhnen, dass ich den Würfel immer in die richtige Position bewege, aber nach 3 Wochen ist das mittlerweile Routine geworden.

Die HandyApp nutze ich dann, wenn ich nicht in der Nähe des Würfels bin (was beim Arbeiten eher selten der Fall ist) oder dann, wenn ich vergessen habe, mich am Abend wieder „abzumelden“.

Die erfassten Daten lassen sich im System übrigens nachträglich noch editieren oder auch Löschen. Ich habe z.B. eine Seite mit „Pause“ beschriftet, wen ich mal kurz eine Kaffee-Pause mache. So muss ich immer auf Stop und Start drücken, sondern kann irgendwann einfach die ganzen Pause-Zeiten entfernen.

Ich habe mir für den Würfel farbliche Aufkleber gebastelt, die (wie ich finde) diesen noch ein wenig ansprechender gestalten und mir dabei helfen, die richtige Fläche so schnellstmöglich zu finden …

Mein individuell beklebter ZEI° Würfel
Mein individuell beklebter ZEI° Würfel

Auf eine Sache hat beim bei Timular doch nicht verzichtet: Statistik. Und dabei ist man bei mir direkt an der richtigen Adresse. Man möchte schließlich sehen, was man so macht und in was man wie viel zeit investiert.

Dabei wertet das Programm dann nicht nur die 8 Seiten des Würfels aus, sondern alle angelegten Aktionen. Da meine Inhalte ja uninteressant sind, habe ich sie mal unkenntlich gemacht, aber so sieht das dann aus:

Statistische Auswertung des ZEI° Würfels

Was ich bisher (noch) nicht nutze, ist die Integration der erfassten Daten in Drittanbieter Software wie Jira, Toggl oder iCal. Kommt aber sicherlich auch bald noch, denn ich bin von dem kleinen Zauberwürfel wirklich überzeugt. Würde übrigens noch viel stylischer wirken, wenn ich einen großen, aufgeräumten Schreibtisch hätte 😉

Und die Erkenntnis nach dem ersten Monat der Benutzung ist auch ganz klar zu erkennen: Ich arbeite zu viel! Damit hat der Würfel sein erstes Ziel schon erreicht.